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Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege

Am 17.11.1912 gründeten

in Berlin die Zentralkommission für Sport und Körperpflege: „Zweck der Kommission ist die systematische Agitation gegen die bürgerlichen gleichartigen Verbände mit dem Ziel, die Arbeiter aus diesen Organisationen herauszuholen und deren Beitritt zu solchen Organisationen zu verhindern.” (§2 der Satzung).
Ab 14.12.1922 in Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege umbenannt.

Später kamen als weitere Verbände hinzu:

Nach 1927:

Nach 1930:

1920 zog die ZK von Berlin nach Leipzig. Später (1930?) ging man wieder zurück nach Berlin.
1928 löste sich nach heftigen parteipolitisch motivierten Machtkämpfen die kommunistisch orientierte „Interessengemeinschaft für Rote Sporteinheit” von der sozialdemokratisch orientierten ZK.
Anfang 1933 kurz vor den mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten beginnenden Verbots- und Unterdrückungsmaßnahmen zählte die ZK rund 1 Millionen Mitglieder.
Noch im März/April 1933 war durch Selbstauflösung versucht worden, den der ZK angehörenden Verbänden die Aufnahme in den bürgerlichen Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen (DRA) zu ermöglichen, aber vergeblich. Der DRA lehnte die Bitte mit der Begründung ab, dass die ZK mit Sicherheit ihre klassenkämpferischen Ziele verschleiert fortführen würde. Mehr noch, die DRA-Mitgliedsverbände Reichsverband deutscher Jugendherbergen beschloss am 29.03.1933 den Ausschluss der sozialistischen und kommunistischen Wandergruppen und der Reichsausschuß deutscher Jugendverbände beschloss am 24.04.1933 den Ausschluss sozialistisch oder kommunistisch geprägter Jugendorganisationen.
Im April/Mai 1933 dann verboten die Landesregierungen auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten „zum Schutz von Volk und Staat” vom 28.02.1993 die Verbände der ZK. Das Eigentum des Arbeitersports wurde beschlagnahmt und unter Treuhand der Polizei gestellt, nach dem der Reichsminister des Innern am 27.06.1993 einen Runderlass „über den Neuaufbau der deutschen Sportorganisationen” an die Landesregierungen veröffentlicht hatte. Mit erneutem Runderlass vom 14.10.1933 wurden Reichstreuhänder eingesetzt.
Aber auch die einzelnen Arbeitersportler waren weiterhin Repressalien ausgesetzt. Für Einzelmitgliedschaften ehemaliger Mitglieder von Arbeitersportvereinen galt eine Sperrfrist bis zum 01.10.1933. Später wurden die Aufnahmebedingungen weiter verschärft. Nachdem erst Bürgschaften von zwei Mitgliedern nationaler Verbände beigebracht werden mussten, wurde später noch ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Für Vorstandsämter betrug die Sperrfrist mindestens ein Jahr. Hintergrund waren die Untergrundtätigkeiten der Arbeitersportler. Ab Sommer 1933 führte die ZK als „Kampfleitung für den deutschen Arbeitersport” vom tschechoslowakischen Aussig (heute tschechisch Ústí nad Labem) aus bis zur Besetzung des Sudetenlandes ihre Arbeit fort.
Die ZK war Gründungsmitglied der Luzerner Sportinternationalen. Sie war eine der größten Mitgliedsorganisationen der später SASI genannten internationalen Arbeitersportorganisation.
Nach dem 2. Weltkrieg gab es in Deutschland, von Ausnahmen wie RKB „Solidarität” abgesehen, keine Wiederbelebung der Arbeitersportbewegung, da aus den Jahren der Nazi-Diktatur viele die Erkenntnis gewonnen hatten, dass die Zersplitterung der Sportbewegung insgesamt nicht gut gewesen war.
Presseorgan war seit 1921 die „Deutsche Arbeitersportzeitung”, die 1928 in die „Sportpolitische Rundschau” aufging.

Vorsitzender

17.11.1912 - 30.03.1919 🕆 Karl Harnisch (Leipzig)
01.04. - 30.09.1919 Fritz Wildung (Berlin), kommissarisch
30.09.1919 - 28.04.1933 Cornelius Gellert (Leipzig)



Letzte Änderung: 04.02.2019